Was passiert bei zu niedrigem ACTH?

Wenn der Körper zu wenig ACTH (adrenokortikotropes Hormon) produziert, kann das schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Dieses Hormon wird von der Hypophyse, der Hirnanhangsdrüse, gebildet und steuert hauptsächlich die Ausschüttung von Kortisol durch die Nebennieren. Kortisol ist entscheidend für den Stressausgleich, den Energiestoffwechsel und die Regulation von Entzündungen. Bei einem ACTH-Mangel sinkt die Kortisolproduktion daher deutlich – mit Symptomen wie chronischer Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche, niedrigem Blutdruck und oft auch Übelkeit.

Interessanterweise bleibt die Produktion eines anderen wichtigen Nebennierenhormons, Aldosteron, in vielen Fällen weitgehend erhalten. Das liegt daran, dass Aldosteron vor allem über das Renin-Angiotensin-System gesteuert wird und nicht primär durch ACTH. Deshalb zeigen Menschen mit ACTH-Mangel oft keine starken Störungen des Salz- und Wasserhaushalts – im Gegensatz zu anderen Formen der Nebenniereninsuffizienz wie der Morbus Addison.

Ursachen für einen ACTH-Mangel können vielfältig sein: Ein Tumor in der Hypophyse, eine vorangegangene Infektion, eine Verletzung am Schädel oder auch eine Operation im Bereich der Hirnanhangsdrüse können die Hormonproduktion stören. Manchmal ist der Mangel auch Folge einer langfristigen Cortisonbehandlung, bei der der Körper die eigene ACTH-Produktion herunterfährt.

Die Diagnose erfolgt durch Bluttests, oft in Kombination mit einer Stimulationsprüfung, um die Reaktionsfähigkeit der Nebennieren zu prüfen. Die Therapie besteht meist in der gezielten Gabe von Kortisonpräparaten, angepasst an den individuellen Bedarf. Wichtig ist eine lebenslange ärztliche Betreuung, besonders in Stresssituationen wie Krankheit oder Operationen, bei denen der Hormonbedarf steigt.

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