Die Wurzeln unserer Sprache: Was vor dem Hochdeutschen kam
Bevor sich das Hochdeutsche als gemeinsame Schriftsprache etablierte, war die sprachliche Landschaft in Mitteleuropa von verschiedenen Dialekten geprägt. Die eigentlichen Wurzeln des Deutschen liegen im Westgermanischen. Aus diesem Zweig der germanischen Sprachen gingen nicht nur die Vorläufer des Deutschen hervor, sondern auch nahe Verwandte wie das Englische, das Niederländische und das Friesische.
Die eigentliche Abgrenzung des Deutschen vollzog sich in einem jahrhundertelangen Prozess, dessen entscheidender Wendepunkt im Frühmittelalter lag. Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert ereignete sich die sogenannte zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung. Bei diesem tiefgreifenden Wandel veränderten sich vor allem bestimmte Konsonanten wie p, t und k. So entwickelte sich beispielsweise aus dem ursprünglichen Konsonanten t der Laut z oder ss, wodurch Wörter wie Zeit oder wasser entstanden.
Diese sprachliche Entwicklung breitete sich vom alpenländischen Raum nach Norden aus, erfasste jedoch nicht den gesamten germanischen Sprachraum. Die Dialekte im Norden behielten die alten Laute bei, woraus sich das Niederdeutsche sowie das Niederländische und Englische weiterentwickelten. Die südlichen und mitteldeutschen Mundarten hingegen bildeten das Fundament für das Althochdeutsche, aus dem über viele Jahrhunderte hinweg unser heutiges Hochdeutsch hervorging.
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