Hohe Quecksilberwerte in vielen Fischarten

In deutschen Gewässern ist die Quecksilberbelastung bei Fischen laut Lothar Kroll besorgniserregend. Seine Untersuchungen zeigen Werte zwischen 100 und 300 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Fisch. Das übersteigt oft die empfohlenen Grenzwerte, die für den menschlichen Verzehr als sicher gelten. Kroll geht sogar davon aus, dass bundesweit etwa 95 Prozent der untersuchten Fische diese Grenzen überschreiten.

Ein Problem ist dabei nicht nur die lokale Belastung durch industrielle Einträge oder historische Abwässer, sondern auch die globale Verteilung von Quecksilber. In der Nahrungskette reichert sich das Schwermetall besonders in größeren, langsam wachsenden Fischarten an. Daher zählen auch internationale Arten wie Thunfisch, Schwertfisch, weißer Heilbutt und Hai zu den besonders belasteten Fischen.

Quecksilber kann das Nervensystem schädigen, besonders bei empfindlichen Gruppen wie Schwangeren, stillenden Frauen und Kindern. Deshalb rät die Verbraucherzentrale, den Verzehr dieser Fischarten zu begrenzen. Statt täglich Fisch auf den Teller zu bringen, empfiehlt es sich, auf kleinere, junge Fische oder solche aus kontrolliertem Zuchtwasser zurückzugreifen.

Die Diskrepanz zwischen gesetzlichen Grenzwerten und den tatsächlich gemessenen Werten zeigt: Die aktuelle Regelung greift oft zu kurz. Verbraucher sollten daher informiert bleiben und beim Fischkauf auf Herkunft und Art achten. Wer regelmäßig Fisch isst, tut gut daran, die Auswahl bewusst zu treffen – für Gesundheit und Umwelt.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen