Welche Herzrhythmen sind nicht defibrillierbar?
Bei der Behandlung eines Herzstillstands spielt die genaue Erkennung des Herzrhythmus eine entscheidende Rolle. Nicht alle lebensbedrohlichen Rhythmen können mit einem Defibrillator behandelt werden. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen defibrillierbaren und nicht defibrillierbaren Herzrhythmen.
Kammerflimmern (VF) und pulslose Kammertachykardie (pVT) gelten als sogenannte „defibrillierbare Rhythmen“. Das bedeutet, dass hier ein Elektroschock durch den Defibrillator lebensrettend wirken kann. Beide Zustände zeigen eine stark gestörte elektrische Herzaktivität, bei der das Herz nicht mehr effektiv pumpen kann. In diesen Fällen ist schnelles Handeln mit Defibrillation und Reanimation entscheidend.Dagegen sind Asystolie – also die völlige Unterdrückung jeglicher elektrischer Herzaktivität – und die pulslose elektrische Aktivität (PEA) nicht defibrillierbar. Bei diesen Rhythmen zeigt das EKG zwar manchmal elektrische Signale (bei PEA), doch das Herz reagiert nicht oder es gibt keinerlei Aktivität (bei Asystolie). Ein Schock bringt hier keinen Nutzen und kann sogar schaden.
Die Therapie bei Asystolie und PEA konzentriert sich stattdessen auf die hochqualitative Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLR), die Gabe von Adrenalin und die Suche nach zugrundeliegenden Ursachen – wie Sauerstoffmangel, eine schwere Lungenembolie oder ein Elektrolytungleichgewicht.
Ein gutes Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend für medizinisches Personal, aber auch für Laien, die im Notfall helfen wollen. Die richtige Diagnose im EKG und die sofort korrekte Reaktion können über Leben und Tod entscheiden.
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