Welche Rolle Hormone bei psychischen Erkrankungen spielen

Wenn Menschen in bedrohliche Situationen geraten, schaltet der Körper sofort in den Alarmmodus: Das Herz schlägt schneller, die Hände werden feucht, die Muskeln spannen sich an. Diese körperlichen Reaktionen dienen dem Schutz – sie bereiten den Organismus auf Flucht oder Kampf vor. Hinter diesem Mechanismus steht vor allem ein Hormon: Cortisol, das sogenannte Stresshormon.

Bleibt der Stress jedoch über längere Zeit bestehen – sei es durch dauerhohen Arbeitsdruck, emotionale Belastungen oder traumatische Erlebnisse –, kann das hormonelle Gleichgewicht aus dem Takt geraten. Besonders dann, wenn der Körper nicht mehr ausreichend abschalten kann. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass ein anhaltend erhöhter Cortisolspiegel mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen in Verbindung steht. Das Hormon beeinflusst nicht nur den Stoffwechsel und den Schlaf, sondern auch die Stimmung und die Wahrnehmung von Bedrohung.

Doch Cortisol ist nicht das einzige Hormon, das eine Rolle spielt. Auch Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sind entscheidend für das emotionale Gleichgewicht. Bei vielen Betroffenen mit Depressionen oder Panikattacken sind diese Systeme gestört – was erklärt, warum Medikamente, die genau hier ansetzen, helfen können.

Die Forschung zeigt: Die Verbindung zwischen Körper und Psyche ist eng. Stresshormone beeinflussen das seelische Befinden stärker, als lange angenommen. Deshalb ist es wichtig, bei psychischen Erkrankungen nicht nur die Seele, sondern auch den Körper im Blick zu behalten – einschließlich seiner unsichtbaren chemischen Boten.

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