Welche Religion glaubt an das Alte Testament?

Das Alte Testament ist eine zentrale Schrift sowohl für das Christentum als auch für das Judentum. Ursprünglich stammt der Begriff aus der christlichen Theologie und wurde ab etwa 180 n. Chr. verwendet, um die heiligen Texte des Judentums einzuordnen. In der christlichen Tradition bildet es zusammen mit dem Neuen Testament die Bibel. Für Juden ist diese Sammlung als Tanach bekannt – eine Bezeichnung, die sich aus den drei Hauptteilen ergibt: Thora (Gesetz), Nebiim (Propheten) und Ketuvim (Schriften).

Im Judentum gilt die Thora als göttliche Offenbarung, die Mose am Berg Sinai empfangen haben soll. Diese fünf Bücher – Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium – sind der heiligste Teil der Schrift. Das Alte Testament umfasst darüber hinaus Geschichtsbücher, prophetische Texte und poetische Werke wie die Psalmen oder das Buch Hiob.

Auch das Christentum erkennt das Alte Testament als Gottes Wort an, versteht es aber im Kontext der Erlösungsgeschichte, die im Neuen Testament mit Jesus Christus ihren Höhepunkt findet. Während katholische und orthodoxe Kirchen eine umfangreichere Fassung mit sogenannten deuterokanонischen Büchern verwenden, nutzen Protestanten eine engere Auswahl, die der jüdischen Kanon entspricht.

Obwohl die religiöse Interpretation variiert, bleibt das Alte Testament eine gemeinsame Wurzel beider Glaubensrichtungen – eine Fundgrube an Geschichte, Ethik und Glaube, die bis heute Millionen Menschen prägt.

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