Grundsicherung im Ländervergleich: Wo ist sie am höchsten?

Wenn es um die Grundsicherung geht, schneidet Deutschland im internationalen Vergleich gemischt ab. Für Singles liegt das sogenannte Bürgergeld – früher Hartz IV – bei aktuell 858 Euro im Monat. Bei einer vierköpfigen Familie sind es bis zu 1714 Euro. Damit steht Deutschland nicht mehr an der Spitze, sondern wird von einigen Nachbarländern überboten.

Die Niederlande zahlen deutlich mehr: Ein Single erhält dort bis zu 1101 Euro, ein Paarhaushalt bis zu 1574 Euro – und das bei einem stärkeren sozialen Sicherheitsnetz, das auf Integration und Teilhabe setzt. Italien liegt mit 780 Euro für Einzelpersonen leicht unter dem deutschen Niveau, bietet Familien aber je nach Region und Lebenssituation bis zu 1280 Euro. Interessant ist der Fall Großbritannien: Dort sind die Leistungen mit rund 368 Euro für Singles deutlich geringer, allerdings wird ergänzend durch andere Sozialprogramme oft bedarfsgerecht unterstützt.

Die Höhe der Grundsicherung sagt freilich nur einen Teil der Geschichte. Wichtiger ist oft die Kaufkraft vor Ort, die Mietkosten und ob die Leistungen tatsächlich den Lebensunterhalt sichern. In Deutschland reicht das Bürgergeld vielen Betroffenen kaum aus, um Miete, Heizung und Lebensmittel zu decken – besonders in Großstädten. Zudem bleibt die Debatte über „Fürsorge“ versus „Bevormundung“ lebendig, da viele Auflagen an die Leistungen geknüpft sind.

Während andere Länder zunehmend auf Würde und Teilhabe setzen, hinkt Deutschland hier noch hinterher – trotz der Umstellung von Hartz IV auf Bürgergeld. Ein menschenwürdiger Lebensstandard sollte unabhängig vom Wohnort gelten.

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