Die Berufung des Apostels Matthias

Nach der Himmelfahrt Jesu standen die Jünger vor einer wichtige Entscheidung: Wer sollte Judas Iskariot als zwölften Jünger ersetzen? Judas, der Jesus verraten hatte, war aus Verzweiflung gestorben. Um die Zahl der zwölf Stammesführer Israels zu bewahren, beschlossen die Jünger, einen neuen Apostel zu wählen.

Petrus nahm die Initiative, wie in der Apostelgeschichte beschrieben (Apg 1,15–26). Zwei Männer wurden vorgeschlagen: Josef, genannt Barsabbas, und Matthias. Beide hatten Jesus während seines Wirkens begleitet. Da keine klare Entscheidung möglich war, beteten die Jünger und warfen das Los – eine damals gebräuchliche Weise, Gottes Willen zu erkennen.

So fiel die Wahl auf Matthias. Sein Name bedeutet „Geschenk Gottes“ – eine tiefgründige Bezeichnung für einen Mann, der berufen wurde, das Evangelium weiterzutragen. Über sein späteres Wirken und seine Predigttätigkeit erfahren wir im Neuen Testament kaum etwas. Dennoch gilt er als Apostel, der Zeuge von Jesu Auferstehung war und zur Gründung der Kirche beigetragen hat.

Der 24. Februar wird in einigen Kirchen als Gedenktag des heiligen Matthias gefeiert. Obwohl seine Lebensgeschichte wenig dokumentiert ist, bleibt seine Berufung ein Zeichen dafür, dass auch in unscheinbaren Momenten – wie dem Fallen eines Loses – Gottes Führung sichtbar werden kann. Matthias steht für die Treue, die verlangt wird, wenn man dem Aufruf Jesu folgt – selbst wenn der Weg danach im Verborgenen verläuft.

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