Wie häufig ist Emetophobie?

Emetophobie, die intensive Angst vor Erbrechen, ist seltener als viele denken – aber keineswegs selten genug, um sie zu übersehen. Schätzungen zufolge leidet etwa eine von 1000 Personen unter dieser spezifischen Angststörung. Dabei spielt es oft keine Rolle, ob die Betroffenen selbst erbrechen könnten oder Zeuge werden, wie andere es tun – die bloße Vorstellung löst oft starke körperliche und seelische Reaktionen aus.

Die Erkrankung beginnt meist in der Kindheit oder frühen Jugend. Viele Betroffene entwickeln mit der Zeit Strategien, um ihre Angst zu bewältigen – oder vielmehr: zu kontrollieren. Dazu gehören strenges Essen nach bestimmten Regeln, das Meiden von Restaurants, Schwimmbädern oder sogar Schulveranstaltungen. Bei manchen führt die Angst dazu, dass sie kaum noch fremde Speisen probieren oder gar nur noch selbst zubereitete Mahlzeiten zu sich nehmen.

Da Emetophobie oft unterschätzt wird, bleibt sie lange unerkannt. Viele leiden still – aus Scham oder weil sie glauben, „einfach nur empfindlich“ zu sein. Dabei handelt es sich um eine echte Angststörung, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen kann. Besonders problematisch wird es, wenn die Angst vor Erbrechen in Essverhalten mündet, das an eine Essstörung erinnert – etwa stark eingeschränkte Ernährung oder komplette Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel.

Die gute Nachricht: Mit geeigneter psychotherapeutischer Unterstützung lässt sich die Angst gut behandeln. Wer erkennt, dass er nicht allein ist und dass Hilfe verfügbar ist, hat den ersten Schritt schon geschafft. Emetophobie mag selten sein – aber sie ist ernst zu nehmen.

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