Wie hoch sollte der ACTH-Wert sein?

Der ACTH-Wert allein sagt nicht immer genug über die Funktion der Nebennieren aus. Um eine zuverlässige Aussage zu treffen, wird oft ein sogenannter Synacten®-Test, auch ACTH-Belastungstest genannt, durchgeführt. Dabei wird eine künstliche Form von ACTH verabreicht, um zu prüfen, wie gut die Nebennieren darauf reagieren.

Wichtig ist vor allem der Cortisol-Wert vor der Belastung – also der Basiswert. Liegt dieser vormittags zwischen 50 und 250 µg/l, spricht das für eine normal funktionierende Nebennierenrinde. Nach der Gabe von Synacten® wird der Cortisol-Spiegel erneut gemessen. Steigt er entsprechend an, ist die Nebenniere in der Regel gesund.

Ein niedriger basaler Cortisol-Wert oder eine fehlende Steigerung nach der Belastung kann auf eine Nebennierenrinden-Insuffizienz hinweisen – also eine Unterfunktion der Nebennieren. Das kann bei Morbus Addison oder einer Schädigung der Hypophyse der Fall sein. Dann muss genau abgeklärt werden, ob die Störung zentral (im Gehirn) oder primär (an der Nebenniere selbst) liegt.

Die Beurteilung erfolgt immer im Zusammenhang mit den Symptomen des Patienten – wie Müdigkeit, Gewichtsverlust oder Blutdruckproblemen – und weiteren Laborbefunden. Der ACTH-Belastungstest ist daher kein Einzelwert, sondern Teil eines größeren diagnostischen Bildes.

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