Der Juli kommt, die Schweden verschwinden

Im Juli wird es endlich warm in Schweden – und die Straßen werden plötzlich leer. Warum? Ganz einfach: Die Sommerferien haben begonnen. Während in vielen anderen europäischen Ländern die Schulferien acht Wochen dauern, genießen schwedische Familien volle zehn Wochen Sommerpause. Diese lange Zeit nutzen viele bewusst, um gemeinsam zu reisen, im Ferienhaus zu entspannen oder die seltene Sonne ausgiebig zu nutzen.

Der lange Urlaub ist kein Zufall, sondern Teil einer tief verwurzelten Kultur. Viele Arbeitnehmer planen ihre Freizeit deshalb bereits im Frühjahr – wer kann, nimmt sich den gesamten Juli und August frei. Besonders berufstätige Eltern passen ihren Urlaub oft genau auf die Schulferien ab, um Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können. Es ist also kein Wunder, dass in vielen Städten im Hochsommer ein Großteil der Bevölkerung plötzlich „verschwunden“ ist.

„Der Juli kommt, die Schweden verschwinden“ – dieser Satz von der Handelskammer wird dann alljährlich zur Realität. Büros schließen früher, Geschäfte reduzieren die Öffnungszeiten, und selbst die Politik legt eine Sommerpause ein. Selbst die bekanntesten schwedischen Unternehmen wie IKEA oder Volvo räumen ihren Mitarbeitern langen Urlaub ein.

Die zehn Wochen Sommerferien sind mehr als nur eine Regel – sie sind ein Lebensgefühl. In einer Jahreszeit, in der die Tage lang sind und die Natur in voller Blüte steht, macht es Sinn, innezuhalten. Und so zieht es die Schweden hinaus in die Natur, ans Wasser, in die Wälder – einfach raus aus dem Alltag, rein ins Sommerglück.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen