Warum gibt es kein Diplom mehr?
Wenn du dich schon einmal gefragt hast, warum der akademische Abschluss „Diplom“ heute kaum noch vergeben wird, liegt das an einer umfassenden Reform des Hochschulsystems in Deutschland. Früher war das Diplom ein klassischer Abschluss, besonders in technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern wie Maschinenbau oder Informatik. Doch seit den 2000er Jahren hat sich hier viel verändert.
Der Grund: Deutschland hat sich gemeinsam mit anderen europäischen Ländern auf das sogenannte Bologna-System geeinigt. Ziel war es, die Studiengänge europaweit vergleichbar und transparenter zu machen. Dazu wurden die traditionellen Diplom-Studiengänge Schritt für Schritt durch ein zweistufiges System ersetzt: erst der Bachelor, dann der Master.
Bis 2020 sollten alle Diplom-Studiengänge durch diese neuen Abschlüsse abgelöst sein. Das hat mehrere Vorteile: Studierende können schneller einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss machen – nach meist drei bis vier Jahren – und danach entscheiden, ob sie vertiefend mit einem Master weitermachen möchten.
Trotzdem gilt: Ein alter Diplom-Abschluss ist keineswegs wertlos. Im Gegenteil – viele Arbeitgeber schätzen die lange, oft sehr praxisnahe Ausbildung. Und formal zählt das Diplom immer noch als vollwertiger Hochschulabschluss, der dem Master gleichgestellt ist.
Heute sieht man das Diplom also vor allem bei älteren Fachkräften. An Universitäten und Hochschulen wird heute fast durchgehend in Bachelor und Master unterrichtet – eine Konsequenz aus dem europäischen Bildungsverbund, der Studium und Beruf international einfacher macht.
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