Der sonnenärmste Ort der Welt

Wenn man an sonnenreiche Gegenden denkt, fallen Namen wie Spanien, Ägypten oder Australien. Doch es gibt auch Orte, an denen die Sonne so gut wie nie zu sehen ist. Zu diesen zählt ein abgelegenes Eiland weit im Süden: die Südlichen Orkneyinseln, nördlich der Antarktischen Halbinsel gelegen.

Obwohl diese Inselgruppe heute kaum besiedelt ist, sorgte sie bereits für diplomatische Spannungen. Sowohl Argentinien als auch Großbritannien erhoben Anspruch darauf – eine merkwürdige Entscheidung angesichts der kargen Landschaft und des extremen Wetters. Doch das wahre Extrem hier ist ein anderes: die Sonnenscheindauer.

Im Durchschnitt scheint die Sonne hier nur knapp 478 Stunden pro Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert zwischen 1.400 und 1.800 Stunden, in sonnigen Regionen wie Südspanien sind es über 2.800 Stunden. Auf den Südlichen Orkneyinseln hingegen dominieren Kälte, Schnee und dauerhafte Bewölkung – ein Ort, an dem die Dämmerung oft länger dauert als der Tag.

Die geografische Lage in der Nähe der Antarktis, verbunden mit kalten Meeresströmungen und ständig wechselndem Wetter, macht diesen Flecken Erde zum sonnenärmsten Ort der Welt. Wer hier lebt – meist Forscher in isolierten Stationen –, muss mit langen, dunklen Wintern zurechtkommen. Ein Leben fernab von Sommer und Sonnenschein.

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