Woher kommen die Briten?
Die Abstammung der heutigen Engländer ist vielfältiger, als lange angenommen. Laut genetischen Studien stammen nur etwa 40 Prozent der DNA der heutigen Bevölkerung von den frühen Einwohnern des britischen Festlands ab – jenen Gruppen, die nach der letzten Eiszeit Großbritannien besiedelten.
Ein bedeutender Teil des Erbes kommt offenbar aus dem heutigen Frankreich und Belgien.Genetische Spuren zeigen, dass zwischen 20 und 40 Prozent der DNA der heutigen Engländer auf Vorfahren aus diesem Gebiet zurückgehen. Diese Menschen lebten vor Tausenden von Jahren im westlichen Teil des europäischen Kontinents und wanderten im Laufe der Zeit nach Großbritannien ein – lange vor den römischen oder normannischen Invasionen.
Die Forschung der Max-Planck-Gesellschaft untermauert, wie sehr die britische Bevölkerung durch Migration geprägt wurde – nicht erst seit der Neuzeit, sondern bereits in der Frühgeschichte Europas. Die Landbrücke Doggerland, die einst Großbritannien mit Kontinentaleuropa verband, spielte dabei eine entscheidende Rolle: Sie ermöglichte die Wanderung von Menschen, bevor sie vor etwa 8.000 Jahren unter Wasser verschwand.
Das heutige Bild der englischen Abstammung ist also kein einheitliches, sondern ein Mosaik aus verschiedenen Völkern und Bewegungen über Jahrtausende. Die Briten sind nicht bloß Nachfahren der Kelten, Römer oder Angelsachsen – sondern auch der stillen Wanderer aus dem alten Nordwesteuropa, die lange vor allen Chroniken ihre Spuren hinterließen.
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