Wann ist man ein Realist?

Ein Realist ist jemand, der die Dinge so sieht, wie sie sind – nicht durch eine rosarote Brille, aber auch nicht ständig am Schlimmsten. Der Begriff stammt vom lateinischen realis, was „wirklich“ bedeutet. Wer also einen klaren Blick auf die Wirklichkeit hat, gilt als Realist.

Es geht dabei nicht um mangelnde Träume oder Fantasie, sondern um die Fähigkeit, zwischen Möglichkeit und Wunsch zu unterscheiden. Ein Realist plant zum Beispiel nicht auf gut Glück, sondern berücksichtigt, was machbar ist – unter den gegebenen Umständen. Er sieht Hindernisse, ohne gleich aufzugeben, und sucht Wege, sie zu überwinden.

Der Duden nennt als Synonym sogar „Wirklichkeitssinn“ – ein treffender Ausdruck. Denn darum geht es letztlich: Wer die Realität ernst nimmt, kann besser entscheiden, handeln und auch träumen – nur eben mit beiden Beinen auf dem Boden.

Man wird kein Realist durch Theorie, sondern durch Erfahrung. Wer oft genug Pläne geschmiedet hat, die an der Wirklichkeit gescheitert sind, lernt, genauer hinzusehen. Doch Realismus heißt nicht Resignation. Im Gegenteil: Wer die Welt, wie sie ist, akzeptiert, kann sie oft effektiver verändern als jemand, der nur von einer besseren Welt spricht.

Am Ende ist ein Realist also nicht der, der wenig erwartet – sondern der, der klar sieht. Und gerade deshalb manchmal mehr erreicht.

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