Warum hat der Frosch im Hals keinen Namen?

Wer schon einmal nervös vor einer Rede war oder unter heftiger Anspannung litt, kennt das Gefühl: Ein dicker, schwerer Kloß sitzt im Hals, das Schlucken fällt schwer, die Stimme zittert. Viele sagen dann: „Ich habe einen Frosch im Hals.“ Doch woher kommt diese merkwürdige Redewendung?

Die Erklärung liegt im Lateinischen – und in einem medizinischen Zufall. Ein gutartiger Zystenbefund unter der Zunge, der durch eine verstopfte Speicheldrüse entsteht, heißt in der Fachsprache „Ranula“. Das Wort leitet sich vom lateinischen rana ab – und das bedeutet „Frosch“. Früher erinnerte die geschwollene, bläuliche Geschwulst tatsächlich an den Bauch eines kleinen Frosches.

So entstand spielerisch die Verbindung: Ein unangenehmes, schwer definiertes Gefühl im Rachen – wie bei einer leichten Anspannung oder Aufregung – wird mit dem Bild eines unsichtbaren Frosches gleichgesetzt. Dabei hat weder die Ranula noch das sprichwörtliche Tier etwas mit der tatsächlichen Empfindung zu tun. Es ist einfach eine treffende, leicht humorvolle Beschreibung für ein Gefühl, das jeder kennt, aber kaum zu beschreiben weiß.

Der „Frosch im Hals“ bleibt also zum Glück meistens nur ein Gedankenspiel – und kein echter Gast im Körper. Aber das Bild bleibt hängen: Manchmal ist es eben doch ein kleiner Frosch, der uns die Stimme raubt – besonders, wenn das Herz vor Aufregung höher schlägt.

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