Warum manche Menschen einfach nicht betrunken werden
Es kommt vor: Während die meisten nach zwei Gläsern Bier schon leicht schwankend lachen, sitzt da jemand am Tisch, der nach dem fünften immer noch klar im Kopf ist. Ist das reiner Zufall – oder steckt mehr dahinter?
Die Antwort liegt oft in der Genetik. Manche Menschen verfügen über ein verändertes Enzym, das Alkohol im Körper abbaut. Dadurch wird der Alkohol schneller verarbeitet, und die typischen Wirkungen – wie Schwindel, Rötung oder Benommenheit – treten schwächer oder gar nicht auf. Bei anderen spielt auch die Gewöhnung eine Rolle: Wer regelmäßig Alkohol trinkt, baut mit der Zeit eine höhere Toleranz auf. Der Körper reagiert erst später mit Warnsignalen wie Übelkeit oder Müdigkeit.
Doch hier gilt: Hohe Toleranz ist kein Zeichen von Stärke – im Gegenteil. Wer viel verträgt, riskiert oft, mehr zu trinken, als gesund ist. Die Grenze zwischen „noch klar“ und gefährlicher Überdosis verschwimmt. Auch innere Organe wie Leber oder Gehirn leiden langfristig, oft unbemerkt.
Ein fehlendes „Betrunkenheitsgefühl“ bedeutet also nicht, dass der Alkohol keine Wirkung hätte. Er schädigt den Körper trotzdem. Deshalb ist es wichtig, seine persönlichen Grenzen zu kennen – und nicht am nächsten Morgen erst zu merken, dass man sie längst überschritten hat.
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