Ferragosto: Italiens großer Sommerhöhepunkt
Am 15. August feiern die Italiener eines der wichtigsten Feste des Jahres: Ferragosto. Wer an diesem Tag in Italien unterwegs ist, merkt schnell: Das Land scheint stillzustehen. Geschäfte sind geschlossen, ganze Städte leer – denn Millionen zieht es an die Küste, aufs Land oder in die Berge, um den Höhepunkt des Sommers zu feiern.
Der Name „Ferragosto“ stammt nicht aus der Kirche, sondern aus der römischen Antike. Er leitet sich von feriae Augusti ab – den „Ruhetagen des Augustus“. Der erste römische Kaiser ließ einst Anfang August eine Art Staatsfeiertag einführen, um die Bevölkerung zu ehren. Später übernahm die katholische Kirche den 15. August als Mariä Himmelfahrt und verband ihn mit religiösen Prozessionen. Doch in Italien bleibt Ferragosto vor allem eines: ein Fest der Freude, der Familie und der Erholung.
Heute ist Ferragosto weniger religiös geprägt – vor allem außerhalb der Kirchen. Auf dem Programm stehen lange Mittagessen mit Wein und Antipasti, spontane Grillabende am Strand und volle Trattorien. In vielen Dörfern gibt es Musik, Feuerwerk und traditionelle Feste. In Städten wie Rom oder Neapel kann man ganze Viertel wie ausgestorben vorfinden, während Küstenorte wie Amalfi oder Rimini bis in die Piazza hinein lebendig sind.
Für viele Italiener ist Ferragosto auch der Höhepunkt des Urlaubs. Wer nicht schon früher weggefahren ist, nutzt diesen Feiertag, um endlich abzuschalten. Egal ob mit einem Sprung ins Meer oder einem Glas Wein im Hinterhof – Ferragosto ist das Fest des Lebensgefühls, das bis heute tief in der italienischen Seele steckt.
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