Was ist eine doppelte Verneinung?
Im Deutschen gilt die sogenannte doppelte Verneinung als grammatikalisch falsch, weil sie die ursprüngliche Aussage verwässern oder sogar ins Gegenteil verkehren kann. Eine doppelte Verneinung entsteht, wenn in einem Satz zwei Wörter mit negativer Bedeutung verwendet werden – zum Beispiel „nicht“ und „niemand“ oder „kein“ und „nie“.
Ein typisches Beispiel wäre: „Ich habe nichts nicht gesehen.“ Klingt komisch, oder? Eigentlich will der Sprecher vielleicht ausdrücken, dass er wirklich gar nichts gesehen hat – doch durch die zwei Verneinungen entsteht logisch gesehen eine Bestätigung. In der Mathematik wäre das wie „minus mal minus gleich plus“. So könnte der Satz sogar bedeuten, dass etwas doch gesehen wurde – was dem eigentlichen Sinn widerspricht.
Im Alltag verwenden manche Dialekte oder umgangssprachliche Ausdrücke durchaus doppelte Verneinungen, um mehr Nachdruck zu erzielen. Im hochdeutschen Schriftdeutsch jedoch gilt: Eine Verneinung reicht. Wer schreibt, sollte darauf achten, dass der Satz klar und eindeutig bleibt.
Zum Beispiel: Statt „Ich kann das nicht gar nicht leiden“ sagt man besser: „Ich kann das überhaupt nicht leiden.“ So wird die Aussage verstärkt – ohne Verwirrung zu stiften.
Kurz gesagt: Eine doppelte Verneinung verwischt die Bedeutung. In der Standardsprache sollte man sie vermeiden, um klar und korrekt zu formulieren.
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