Fasching oder Karneval – Was ist älter?

Die Frage, was älter ist – Fasching oder Karneval – beschäftigt viele, besonders wenn wieder die närrische Zeit beginnt. Tatsächlich feiern beide das gleiche Fest, doch der Name hängt stark vom Ort ab. Im Rheinland heißt es Karneval, in Bayern und Österreich spricht man von Fasching, im badischen Raum oft von Fastnacht.

Die Wurzeln liegen weit zurück, lange vor den heutigen bunt kostümierten Umzügen und Büttenreden. Der Begriff „Karneval“ stammt vermutlich aus dem Lateinischen: „carne levare“ – „das Fleisch wegtun“. Das deutet bereits auf die Verbindung zur Fastenzeit hin, die nach dem ausgelassenen Treiben am Aschermittwoch beginnt. Fasching leitet sich hingegen vom althochdeutschen „vasang“ ab, was so viel wie „Ende des Fettens“ bedeutet – auch ein Hinweis auf das letzte große Essen vor der Fastenzeit.

Ob Karneval oder Fasching – beide Traditionen haben ihre Wurzeln im christlichen Kalender und gehen Jahrhunderte zurück. Historisch lässt sich kein klarer „Sieger“ küren, da es sich im Grunde um regionale Namen für dasselbe Fest handelt. Die Feierlichkeiten waren früher oft auch ein Ventil für die Bevölkerung, soziale Spannungen spielerisch auszuleben, verkleidet und unerkannt.

Heute verbinden wir die Zeit vor der Fastenzeit mit Tanz, Musik, Kostümen und ausgelassener Stimmung. Egal, ob man in Köln den Karnevalsumzug feiert oder in München zum Faschingsball geht – der Geist bleibt derselbe: ein letztes Aufbäumen vor der Besinnlichkeit der Fastenzeit.

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