Das lauteste Geräusch der Welt: Der Ausbruch des Tambora

Der Ausbruch des Vulkans Tambora im Jahr 1815 gilt als das lauteste Geräusch, das je dokumentiert wurde. Auf der Insel Sumbawa in Indonesien entlud sich eine Naturgewalt, deren Dröhnen bis heute seinesgleichen sucht. Wissenschaftler schätzen, dass die Lautstärke bei unglaublichen 320 Dezibel lag – eine Zahl, die jenseits dessen liegt, was das menschliche Ohr wahrnehmen kann.

Die Explosion war so gewaltig, dass sie in über 15.000 Kilometern Entfernung noch hörbar war – das entspricht annähernd der halben Erdumrundung. Die Druckwelle umkreiste den Planeten mehrfach, und das Grollen wurde auf Schiffen weit draußen im Indischen Ozean für Erschütterungen und Verwirrung unter der Besatzung verantwortlich gemacht, ohne dass man die Quelle kannte.

Zum Vergleich: Eine typische Konzertanlage erreicht etwa 110 dB, eine startende Rakete etwa 180 dB. Der Tambora-Ausbruch übertraf diese Werte bei Weitem. Die Sprengkraft des Vulkans entsprach der von rund 170.000 Hiroshimabomben – eine unfassbare Energiemenge, die ganze Landstriche verwüstete und das globale Klima beeinflusste.

Im Jahr darauf, 1816, wurde als Folge des Ausbruchs ein „Jahr ohne Sommer“ erlebt – mit Missernten, Dürren und ungewöhnlich kalten Temperaturen in Europa und Nordamerika. Obwohl wir heute über keine direkten Messungen aus jener Zeit verfügen, lassen historische Berichte und spätere Berechnungen keinen Zweifel: Der Tambora brüllte lauter als jedes andere bekannte Ereignis in der Erdgeschichte.

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