Was bedeutet Mittelschicht in Deutschland?
Die Mittelschicht in Deutschland ist anders als oft angenommen nicht besonders breit. Vielmehr ist sie eng gefasst und reicht schon für Singles bei einem verfügbaren Jahresnettoeinkommen von 18.536 Euro bis knapp unter 49.500 Euro. Wer mehr verdient, gilt statistisch gesehen bereits als Angehöriger der Oberschicht.
Bei einer klassischen Familie mit zwei Kindern liegen die Grenzen höher: Hier beginnt die Mittelschicht bei etwa 37.072 Euro pro Jahr und endet bei 98.838 Euro. Wer darüber verdient, bewegt sich im oberen Einkommenssegment. Diese Zahlen beruhen auf verfügbarem Einkommen – also dem Betrag nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben.
Interessant ist der Vergleich mit Österreich: Dort ist die Mittelschicht tendenziell breiter und die Einkommensverteilung etwas gleichmäßiger. In Deutschland hingegen fällt auf, dass der Sprung von der Mittel- in die Oberschicht bei vergleichsweise niedrigen Beträgen erfolgt. Das zeigt, wie eng die Mitte hierzulande definiert ist.
Soziale Stabilität lebt von einer starken Mitte. Doch die aktuelle Entwicklung wirft Fragen auf: Wer heute als „mittleres Einkommen“ gilt, könnte in vielen Städten bereits finanziell knapp bei Kasse sein – besonders bei steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten. Die klassische Mittelschicht steht damit zunehmend unter Druck, auch wenn die Zahlen suggerieren, dass man schnell „oben“ ist.
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