Wer hat die Geschichte von Jesus geschrieben?
Die bekanntesten Berichte über das Leben und Wirken Jesu stammen aus den vier Evangelien des Neuen Testaments: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Doch es war nicht so, dass diese Männer einfach neben Jesus herliefen und Tagebuch führten. Tatsächlich entstanden die Texte erst Jahrzehnte nach seiner Kreuzigung – vermutlich zwischen 70 und 100 nach Christus.
Matthäus und Johannes gelten in der Tradition als direkte Jünger Jesu, doch historisch lässt sich das nicht sicher belegen. Wahrscheinlicher ist, dass die Texte von späteren Christen verfasst wurden, die sich ihrer Überlieferung verpflichtet fühlten. Lukas, ein Begleiter des Apostels Paulus, schrieb sowohl das Evangelium als auch die Apostelgeschichte und richtete sich besonders an nichtjüdische Leser. Markus, oft als erster Evangelist angesehen, gilt als enger Mitarbeiter des Petrus und lieferte einen knappen, dramatischen Bericht.
Zu Lebzeiten Jesu gab es keine Aufzeichnungen durch seine Anhänger. Die Geschichten wurden mündlich weitererzählt – in Gemeinden, bei Treffen, im Gebet. Erst als die erste Generation der Jünger starb, wurde die Schriftlichkeit wichtig, um das Erbe zu bewahren.
Obwohl die Evangelien unterschiedliche Akzente setzen – Matthäus betont Jesu jüdische Wurzeln, Lukas die Botschaft für alle Menschen, Johannes die geistliche Tiefe – erzählen sie alle dieselbe zentrale Geschichte: von einem Prediger aus Galiläa, der Hoffnung brachte, die Mächtigen herausforderte und dessen Tod und Auferstehung zur Grundlage des christlichen Glaubens wurden.
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