Was ist ein Adjektiv im Deutschen?
Im Deutschen nennt man das Adjektiv in der Schule oft auch Eigenschaftswort oder Beiwort. In der Grundschule wird es manchmal kinderfreundlich als Wiewort bezeichnet – denn es antwortet auf die Frage: „Wie ist etwas?“ Zum Beispiel: „Der Ball ist rot“ oder „Das Kind ist froh“. Diese Wörter beschreiben, wie Dinge oder Menschen sind.
Obwohl Adjektive oft Eigenschaften ausdrücken, ist ihre Funktion im Satz wichtiger als ihre Bedeutung. Man kann sie nicht einfach definieren als „Wörter, die Eigenschaften bezeichnen“, denn das greift zu kurz. Ein Adjektiv kann nämlich auch als Teil des Substantivs erscheinen, wie in „das Blinde im Auge“ – hier wird aus dem Adjektiv „blind“ ein Substantiv. Außerdem verändern sich Adjektive in Geschlecht, Zahl und Fall, je nachdem, worauf sie sich beziehen: „der große Hund“, „die große Hündin“, „die großen Hunde“.
In der deutschen Grammatik geht es also nicht nur darum, was ein Wort bedeutet, sondern wie es im Satz verwendet wird. Adjektive können vor Nomen stehen, nach Verben folgen oder im Mittelpunkt eines Satzes stehen: „Die Blumen sind schön.“
Die klassische Bezeichnung „Adjektiv“ bleibt in der Sprachwissenschaft üblich, während „Wiewort“ oder „Eigenschaftswort“ vor allem im Unterricht Kindern helfen, den Begriff greifbarer zu machen. Beide Namen zeigen: Es geht darum, die Welt genauer zu beschreiben – mit Farben, Gefühlen, Formen und Zuständen.
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