Das Existenzminimum in der Schweiz: Wovon kann man leben?

In der Schweiz, einem der teuersten Länder der Welt, stellt sich für viele Menschen die Frage, wie viel Geld sie mindestens brauchen, um ein würdiges Leben zu führen. Aktuell liegt das Existenzminimum bei 1'350 Schweizer Franken pro Monat für eine alleinstehende Person – und das unabhängig davon, ob sie Kinder hat oder nicht. Diese Zahl mag auf den ersten Blick niedrig erscheinen, besonders angesichts der hohen Lebenshaltungskosten im Land.

Interessant ist der Hinweis zur alternierenden Obhut: Wenn Kinder im Wechsel bei beiden Elternteilen leben, gilt für jeden Elternteil ein Existenzminimum von 1'350 Franken. Das bedeutet praktisch, dass beide Eltern als eigenständige Haushalte betrachtet werden, sobald das Sorgerecht geteilt ist. Diese Regelung berücksichtigt, dass beide eine eigene Wohnung, Grundausstattung und laufende Kosten tragen müssen – selbst wenn die Kinder nur teilweise bei ihnen wohnen.

Die 1'350 Franken sollen das absolute Minimum abdecken: Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Gesundheit und ein kleiner Puffer für unerwartete Ausgaben. Doch Kritiker weisen immer wieder darauf hin, dass dieser Betrag in vielen Regionen – besonders in Städten wie Zürich oder Genf – kaum ausreicht, um Miete und Nebenkosten zu decken. So bleibt die Debatte darüber, ob das offizielle Existenzminimum der Realität tatsächlich gerecht wird, weiter aktuell.

Trotzdem dient diese Zahl als wichtige Orientierung – etwa bei der Berechnung von Sozialhilfe, Steuern oder Unterhaltsansprüchen. Sie zeigt, wie knapp die Grenze zwischen Existenzsicherung und Armut in der Schweiz verlaufen kann.

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