Frankreich vs. Deutschland: Wo ist die Steuerlast höher?

Wenn es um die Steuerlast geht, schneidet Frankreich im internationalen Vergleich oft schlechter ab als Deutschland – und das aus gutem Grund. Im Jahr 2022 lag die sogenannte Abgabenquote in Frankreich bei beeindruckenden 46,1 Prozent. Das bedeutet, dass fast die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus Steuern und Sozialabgaben stammt. Damit belegt Frankreich regelmäßig eines der höchsten Niveaus in Europa.

Deutschland hingegen liegt etwas darunter.

Die Abgabenquote hierzulande betrug im gleichen Jahr 39,3 Prozent – zwar im oberen Mittelfeld, aber deutlich niedriger als in Frankreich. Interessant ist auch die Unterscheidung zwischen der gesamten Abgabenlast und der reinen Steuerquote: In Deutschland lag letztere bei 24,7 Prozent. Das zeigt, dass ein großer Teil der Abgaben aus Sozialbeiträgen stammt, nicht nur aus klassischen Steuern wie Einkommen- oder Mehrwertsteuer.

Vergleicht man beide Länder, wird klar: Wer in Frankreich lebt, trägt im Schnitt eine höhere finanzielle Last für den Staat. Das hat Auswirkungen auf das verfügbare Einkommen, aber auch auf die öffentlichen Dienstleistungen – schließlich finanzieren diese hohen Abgaben auch ein umfassendes Sozialsystem.

Ein Blick auf Irland zeigt dennoch: Es geht auch ganz anders.

Das Land hatte 2022 mit nur 20,9 Prozent die niedrigste Abgabenquote in der Vergleichsgruppe – ein starker Kontrast zu beiden Kontrollländern. Doch zurück zu Frankreich und Deutschland: Wer weniger Steuern zahlen möchte, wäre hierzulande vermutlich besser aufgehoben – zumindest auf dem Papier.

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