Kann man „fertig“ steigern?
Das Wort fertig ist im Deutschen durchaus steigerbar – zumindest grammatikalisch. Der Komparativ lautet fitiger, der Superlativ am fitigsten. Doch Achtung: Diese Steigerungsformen sind im Alltag eher unüblich und klingen vielen Sprechern sogar falsch oder merkwürdig.
Der Grund liegt darin, dass „fertig“ meist als absolutes Ende oder Erledigung verstanden wird – entweder im Sinn von „etwas ist vollständig abgeschlossen“ oder auch „nichts ist mehr da“. So sagt man etwa: „Ich bin fertig mit der Arbeit“ oder in der Schweiz und Teilen Österreichs: „Das Brot ist fertig“ – also restlos aufgegessen. In diesen Bedeutungen wirkt eine Steigerung logisch fragwürdig: Wie kann etwas „fertiger“ oder „am fertigsten“ sein, wenn es doch schon zu Ende ist?
Trotzdem gibt es Situationen, in denen die Steigerung durchaus Sinn ergibt – vor allem im übertragenen Sinn. Umgangssprachlich sagt man etwa: „Nach der Schicht war ich fertiger als je zuvor“, um einen Zustand extremer Erschöpfung zu betonen. Hier dient die Steigerung der emotionalen Betonung, nicht der sachlichen Genauigkeit.
Fazit: Ja, „fertig“ lässt sich steigern, aber nur in bestimmten Kontexten. In der Standardsprache und besonders im schriftlichen Deutsch bleibt die Steigerung allerdings selten. Meistens bleibt man bei der ungesteigerten Form – weil „fertig“ eben schon das Ende markiert. Und ein Ende, das noch weiter gehen kann, ist dann eben doch nicht wirklich zu Ende.
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