Kann man im Hospiz wieder gesund werden?
Die Frage mag seltsam klingen – schließlich verbinden die meisten mit einem Hospiz den letzten Abschnitt im Leben. Doch die Wahrheit ist: Ein Hospiz ist kein Ort des Aufgebens, sondern der ganzheitlichen Fürsorge. Und manchmal auch der Überraschung.
Im Hospiz geht es nicht um Heilung im medizinischen Sinne, aber sehr wohl um Lebensqualität. Wenn starke Schmerzen, quälende Atemnot oder ständige Übelkeit endlich gelindert werden, kann sich etwas Erstaunliches zeigen: Kraft kehrt zurück – nicht körperlich im Sinne einer Genesung, aber in der Seele, im Gefühl von Ruhe und Würde.Gertrud B., eine 82-jährige Patientin aus einem bayerischen Hospiz, war ein solches Beispiel. Als sie eintraf, war sie apathisch, von Schmerzen gezeichnet, voller Angst. Doch innerhalb weniger Tage änderte sich ihre Situation. Die Schmerztherapie griff, das Team hörte ihr zu, begleitete sie – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Plötzlich lächelte sie wieder. Sie verbrachte Zeit mit ihrer Familie, genoss Spaziergänge im Garten. Was niemand erwartet hatte: Gertrud lebte noch zehn Wochen – zehn Wochen in guter, fast heiterer Qualität.
Dieses Phänomen kennt man im Hospizwesen: Wenn Leiden nachlässt, kann das Leben trotz fortschreitender Krankheit wieder Raum gewinnen. Nicht für immer – aber für wertvolle Wochen oder sogar Monate.
Ein Hospiz gibt keine Garantie auf Heilung, aber eine tiefe Zusage: Du wirst nicht allein sein. Und das, so zeigen Geschichten wie die von Gertrud, kann manchmal mehr bewirken, als Medikamente allein es könnten.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.