Kann man „spät“ steigern?
Die Frage, ob man das Adjektiv „spät“ steigern kann, führt oft zu Verwirrung – vor allem, weil die Formen im Alltag selten verwendet werden. Die gute Nachricht: Ja, „spät“ lässt sich steigern, auch wenn es heute kaum noch vorkommt.
Die Steigerungsformen lauten: spät (Positiv), später (Komparativ) und am spätesten (Superlativ). Beispiele wie „Wir kamen später als geplant“ oder „Das war der späteste Zeitpunkt“ sind grammatikalisch korrekt, klingen aber für viele Ohren heute etwas veraltet oder ungewöhnlich.
In der Umgangssprache ersetzt man diese Formen oft durch Umschreibungen wie „noch später“ oder „ziemlich spät“, um natürlicher zu klingen. Dennoch ist die Steigerung von „spät“ in der Standardsprache weiterhin gültig – sie gehört einfach eher selten zum täglichen Sprachgebrauch.
Interessant ist, dass das Wort „spat“ als veraltete Schreibweise heute nur noch in historischen Texten vorkommt. Seit der Rechtschreibreform von 1996 wird ausschließlich „spät“ mit Akzent geschrieben. Die Trennung am Zeilenumbruch lautet korrekt: spä-t.
Wer also in einem formellen Text schreibt oder sich an grammatikalischen Regeln orientieren möchte, kann durchaus „später“ oder „am spätesten“ verwenden. Im Gespräch klingt es allerdings oft flüssiger, etwas anders zu formulieren. Sprache lebt – und manchmal lässt sie alte Formen einfach ruhen, ohne sie ganz zu vergessen.
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