War der Kapitän der Costa Concordia beim Unglück betrunken?

Die Schiffstragödie der Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio im Januar 2012 schockierte die ganze Welt. Schnell rückte das Verhalten des Kapitäns, Francesco Schettino, in den Fokus der Ermittlungen. Angesichts seiner fatalen Fehlentscheidungen und des verfrühten Verlassens des sinkenden Kreuzfahrtschiffes kam in den Medien und der Öffentlichkeit rasch der Verdacht auf, ob Alkohol oder Drogen im Spiel gewesen sein könnten.

Offizielle Untersuchungen und medizinische Tests brachten kurz nach der Katastrophe Klarheit über den akuten Zustand des Kapitäns. Die toxikologischen Analysen zeigten, dass Schettino zum Zeitpunkt des Unglücks weder unter Alkoholeinfluss stand noch Drogen konsumiert hatte. Die Vermutung, er sei während der Kollision betrunken gewesen, bestätigte sich somit strafrechtlich nicht.

Allerdings sorgten die Laborergebnisse dennoch für Schlagzeilen. In den Haarproben des Kapitäns konnten Spuren nachgewiesen werden, die auf einen früheren Kokain-Konsum hindeuteten. Auch wenn dieser Nachweis bewies, dass Schettino in der Vergangenheit mit illegalen Substanzen in Berührung gekommen war, spielte er für den unmittelbaren Unfallhergang keine Rolle, da am Unglücksabend selbst keine akute Beeinträchtigung vorlag. Der Kapitän wurde später vor allem wegen fahrlässiger Tötung und des vorzeitigen Verlassens des Schiffs zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

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