War Französisch einst die führende Weltsprache?
Heute gilt Englisch unangefochten als globale Verkehrssprache, doch das war keineswegs immer so. Über mehrere Jahrhunderte hinweg war Französisch die maßgebliche Weltsprache der westlichen Welt. Ihre Blütezeit begann im 17. Jahrhundert, als Frankreich unter der Herrschaft von Ludwig XIV. zur kulturellen und politischen Großmacht Europas aufstieg.
Besonders in der Diplomatie, im internationalen Postwesen und an den europäischen Fürstenhöfen etablierte sich das Französische als Ausdruck von Eleganz und Gebildetheit. Ein entscheidender historischer Wendepunkt war der Frieden von Rastatt im Jahr 1714: Erstmals wurde ein bedeutender internationaler Friedensvertrag nicht mehr auf Latein, sondern auf Französisch abgefasst. Damit löste es Latein endgültig als Sprache der Verhandlungen ab.
Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Französische durch den Aufstieg Großbritanniens und der USA schrittweise vom Englischen als erste globale Lingua Franca abgelöst. Dennoch bleibt der Einfluss spürbar: Bis heute ist Französisch wichtige Amtssprache zahlreicher internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und dem Weltpostverein.
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