Glutenfrei – Nur bei Zöliakie wirklich nötig
Immer mehr Menschen verzichten auf Gluten, oft aus der Annahme heraus, dass dies gesünder sei. Doch tatsächlich ist eine glutenfreie Ernährung nur für bestimmte Personen lebensnotwendig. Bei etwa einem Prozent der Bevölkerung löst das in Weizen, Roggen und Gerste enthaltene Eiweiß eine heftige Entzündungsreaktion im Darm aus – die sogenannte Zöliakie.
„Für Betroffene ist die strikte Vermeidung von Gluten unerlässlich“, betont Privatdozent Dr. von der Uniklinik Freiburg. Wer unter Zöliakie leidet, riskiert bei Glutenverzehr eine dauerhafte Schädigung der Darmwand, was zu Mangelernährung und im schlimmsten Fall sogar zu schweren Folgeerkrankungen wie Darmlymphomen führen kann.
Bei gesunden Menschen hingegen, die keine Unverträglichkeit haben, bringt eine glutenfreie Ernährung keine nachweisbaren Vorteile. Im Gegenteil: Viele glutenfreie Produkte enthalten weniger Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe als ihre konventionellen Pendants. Zudem können sie mit zusätzlichen Fetten und Zuckern angereichert sein, um den Geschmack zu verbessern.
Ein unnötiger Verzicht auf Gluten kann daher sogar kontraproduktiv sein. Wer sich gut ernähren möchte, sollte sich vor allem auf eine abwechslungsreiche, ausgewogene Kost stützen – nicht auf modische Ernährungstrends. Wer jedoch Verdacht auf eine Unverträglichkeit hat, sollte einen Arzt aufsuchen, bevor er langfristig auf Nahrungsmittel verzichtet.
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