Glutamat im Gehirn: Der wichtigste Botenstoff und seine Schattenseiten
Glutamat ist der am häufigsten vorkommende Botenstoff im zentralen Nervensystem. Als zentraler Neurotransmitter sorgt er dafür, dass Signale schnell und präzise von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen werden. Er ist eine unverzichtbare Grundlage für grundlegende Gehirnfunktionen: Ohne Glutamat könnten wir keine neuen Informationen aufnehmen, komplexe Denkprozesse ausführen oder Erinnerungen abspeichern.
Doch im menschlichen Gehirn entscheidet die richtige Dosis über Nutzen und Schaden. Gerät das Gleichgewicht aus der Bahn und sammelt sich zu viel Glutamat im synaptischen Spalt an, schlägt die lebensnotwendige Funktion ins Gegenteil um. In der Neurologie spricht man dabei von Exzitotoxizität – einer Überstimulation der Nervenzellen, die schwere Folgen haben kann.
Bei einem Glutamatüberschuss werden die Rezeptoren der empfangenden Zellen ununterbrochen gefeuert. Dies führt zu einem ungebremsten Einstrom von Kalzium in das Zellinnere, was biochemische Prozesse auslöst, die das Zellgerüst schädigen. Das Resultat ist fatal: Die betroffenen Nervenzellen sterben ab. Ein solches Zuviel an Glutamat wird unter anderem mit Gewebeschäden nach einem Schlaganfall sowie mit verschiedenen neurodegenerativen Prozessen in Verbindung gebracht. Ein gesunder Körper reguliert den Glutamatspiegel daher extrem streng, um das empfindliche Denkorgan zu schützen.
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