Wenn bestimmte Geräusche unerträglich werden: Was ist Misophonie?

Kennen Sie das Gefühl, wenn das leise Schmatzen, das ständige Stiftklopfen oder das Atmen einer anderen Person plötzlich puren Ärger auslöst? Für die meisten Menschen ist das ein flüchtiger Störfaktor, doch für manche wird es zur echten Belastungsprobe. Dieses Phänomen nennt man Misophonie.

Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet wörtlich übersetzt „Hass auf Geräusche“. Es handelt sich dabei um eine Form der verminderten Toleranz gegenüber ganz bestimmten Alltagsgeräuschen. Anders als bei einer allgemeinen Lärmempfindlichkeit sind es hier oft leise, repetitive Laute, die intensive emotionale Reaktionen wie Wut oder Ekel hervorrufen.

Interessanterweise ist die Misophonie medizinisch bisher nicht offiziell klassifiziert; sie taucht weder im ICD-10 noch im DSM-5 auf. Dennoch ist sie für Betroffene sehr real und kann den Alltag spürbar beeinträchtigen. Wer darunter leidet, zieht sich oft zurück oder greift zu Hilfsmitteln wie Kopfhörern, um Trigger-Geräusche auszublenden.

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