Was ist das Partizip? Keine Wortart, sondern eine Verbform

Im Deutschen taucht oft die Frage auf: Ist das Partizip 2 eine Wortart? Die Antwort ist klar: Nein. Das Partizip – weder das erste noch das zweite – zählt nicht zu den Wortarten wie Nomen, Verb oder Adjektiv. Stattdessen gehört es zu den infiniten Verbformen, also Formen, die kein finales Zeit- oder Personenmerkmal tragen.

Es gibt zwei Arten: Das Partizip I wird meist durch Anhängen von -d an den Infinitiv gebildet. Aus „laufen“ wird so „laufend“, aus „schlafen“ wird „schlafend“. Diese Form drückt eine andauernde Handlung aus und kann wie ein Adjektiv verwendet werden, etwa in „das schlafende Kind“.

Das Partizip II hingegen kennzeichnet eine abgeschlossene Handlung. Seine Bildung hängt von der Verbgruppe ab. Schwache Verben bilden es mit dem Suffix -(e)t, wie bei „gearbeitet“ oder „gemacht“. Starke Verben verwenden meist -en und oft eine Vokaländerung: aus „schreiben“ wird „geschrieben“, aus „gehen“ wird „gegangen“.

Obwohl das Partizip II oft wie ein Adjektiv verwendet wird – denken wir an Sätze wie „die geschlossene Tür“ – bleibt es eine Verbform. Es spielt eine wichtige Rolle in der Bildung zusammengesetzter Zeitformen wie dem Perfekt oder im Passiv. Wer die Unterschiede versteht, nutzt die deutsche Sprache sicherer und präziser.

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