Warum Kraken als „Aliens“ der Tiefsee gelten

Wenn man von intelligenten Lebewesen spricht, denkt man selten an Tiere unter Wasser – doch Kraken sind eine bemerkenswerte Ausnahme. Ihre Art von Intelligenz wirkt fast fremdartig, was einige sogar dazu verleitet hat, sie als „Meeres-Aliens“ zu bezeichnen. Der Grund dafür liegt in ihrer einzigartigen Nervenstruktur.

Im Gegensatz zu Menschen, deren Nervensystem zentral um ein einziges Gehirn organisiert ist, besitzt ein Krake ein dezentrales System, das bis in die Spitzen seiner Arme reicht. Jeder der acht Arme verfügt über ein eigenes Nervenzentrum, das unabhängig vom Hauptgehirn funktionieren kann. Das bedeutet: Ein Krakenarm kann allein weiter „denken“, tasten und reagieren, selbst wenn er vom Körper getrennt wird – ein Phänomen, das an Science-Fiction erinnert.

Diese besondere Verteilung von Nervenzellen ermöglicht beeindruckende Fähigkeiten: Kraken öffnen Schraubdeckel, nutzen Werkzeuge, lösen Rätsel und können sogar Verhaltensmuster lernen. Sie sind neugierig, anpassungsfähig und zeigen individuelle Persönlichkeiten – Merkmale, die man eher bei Säugetieren vermuten würde.

Die Sendung Scobel auf Deutschlandfunk Kultur beschrieb diese Eigenart einmal treffend: Ein Krake hat so etwas wie neun Gehirne – eines im Kopf, acht in den Armen. Diese biologische Besonderheit macht ihn nicht nur zu einem Meister der Tarnung und Flucht, sondern auch zu einem der klügsten Invertebraten überhaupt.

Kein Wunder also, dass Forscher immer wieder staunen, wenn sie beobachten, wie Kraken mit ihrer Umwelt interagieren. Ihre Intelligenz ist anders – aber längst nicht weniger beeindruckend als die unseres eigenen.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen