Wo sagt man „Narri Narro“? – Ein Gruß aus dem süddeutschen Fastnachtsland
„Narri Narro“ – dieser auffällige Gruß hallt jedes Jahr in den kalten Wintermonaten durch die Gassen Baden-Württembergs und Teile Bayerns. Er gilt als Erkennungszeichen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, einer ursprünglich volkstümlichen Tradition, die bis heute lebendig ist. Anders als in Köln oder Mainz, wo die Karnevalssession eher fröhlich und bunt ist, hat die süddeutsche Fasnet etwas Geheimnisvolles, fast Unheimliches.
Hinter dem Ruf stecken die sogenannten „Narren“ – kostümierte Gestalten mit kunstvoll geschnitzten Holzmasken, die oft jahrhundertealte Figuren darstellen. Besonders bekannt ist die Hexenmaske mit der spitzen Nase, den tiefen Falten und dem einzelnen hervorstehenden Zahn. Diese Figuren symbolisieren oft das Böse, den Winter oder das Alte – und werden mit lautem Getöse und Tanz vertrieben, um den Frühling willkommen zu heißen.
Die Worte „Narri Narro“ selbst gelten als Begrüßung unter Fastnachtlern. Woher sie genau stammen, ist unklar – doch sie verbinden die Gemeinschaft der Fasnachtsfeiernden über Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Besonders stark ist die Tradition in Städten wie Rottweil, Villingen-Schwenningen oder Überlingen, wo ganze Umzüge, sogenannte „Narrensprünge“, stattfinden.
Die Fastnacht beginnt hier nicht am 11.11., sondern am „Schmotzigen Dunschtig“ – dem fetten Donnerstag vor Aschermittwoch. Dann ziehen die Narren durch die Straßen, klingeln mit ihren Schellen und verbreiten mit ihrem „Narri Narro“ ein ganz eigenes, ursprüngliches Karnevalsflair – fernab von Glitzer und Bühnenshows, aber umso näher an der Volksseele.
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