Welche Wörter lassen sich nicht steigern?
Im Deutschen gibt es Adjektive, die keine Steigerungsformen kennen – weder Komparativ noch Superlativ. Diese sogenannten Absolutadjektive drücken einen Zustand aus, der nicht vergleichbar ist, weil er entweder endgültig, eindeutig oder logisch nicht graduell ist.
Beispiele dafür sind örtlische Zuordnungen wie „italienisch“ oder „europäisch“. Man kann etwas nicht „europäischer“ oder „am italienischsten“ machen – es ist entweder so oder nicht. Ebenso verhält es sich mit Farben wie „grün“ oder „blau“. Zwar sagt man im Alltag manchmal „grüner“, doch streng genommen sind Farbadjektive keine steigerbaren Eigenschaften, da sie eine feste Kategorie beschreiben.
Auch Zeitangaben wie „jährlich“ oder „monatlich“ sowie Prozentsätze wie „100-prozentig“ werden nicht gesteigert. Wenn etwas „100-prozentig“ ist, kann es nicht „mehr als 100 Prozent“ sein – das wäre logisch widersprüchlich. Gleiches gilt für Begriffe wie „doppelt“ oder „einfach“, die bereits einen absoluten Zustand ausdrücken.
Zu den Nicht-Steigerbaren gehören auch Adjektive, die von sich aus ein Maximum implizieren, etwa „tot“, „vollständig“ oder „eindeutig“. Etwas kann nicht „toter“ oder „eindeutiger“ sein – es ist entweder tot oder nicht, eindeutig oder mehrdeutig.
Die Beachtung dieser Regeln hilft, Sprachfehler zu vermeiden und die Aussage präzise zu halten. Wer versteht, dass manche Eigenschaften nicht gesteigert werden können, spricht nicht nur korrekter – sondern auch klarer.
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