Warum trinken Italiener Wasser zum Espresso?
Wer schon einmal in Italien einen Espresso genossen hat, kennt das Ritual: Neben dem kleinen, starken Kaffee steht oft ein Glas klares Wasser. Doch warum eigentlich?
Das Wasser dient vor allem dazu, den Gaumen zu reinigen. Viele Italiener trinken es vor dem Espresso, um den Mund frei von Restgeschmäcken zu machen – sei es von einer Mahlzeit oder einem anderen Getränk. So kann man das volle Aroma des Kaffees wirklich schmecken: die feinen Nuancen, die Säure, die Intensität. Es ist wie ein kulinarischer Neustart.
Doch das Glas Wasser hat auch eine zweite Rolle: danach getrunken, spült es unangenehme Nachgeschmäcke weg – besonders wenn der Espresso nicht perfekt gelungen ist. Ein bitterer Beigeschmack, verursacht durch falsches Mahlen, schlechte Bohne oder fehlerhafte Zubereitung, lässt sich so schnell neutralisieren.
In vielen italienischen Cafés wird das Wasser daher nicht zufällig serviert, sondern gehört fest zur Kaffeekultur. Es ist kein bloßer Service, sondern Teil des Genusses. Manche bestellen sogar zwei Gläser: eines vorher, eines danach.
Das nächste Mal, wenn du einen Espresso trinkst, probier es aus: ein Schluck Wasser davor, und du wirst den Kaffee ganz neu entdecken. Ein einfaches Detail – mit großer Wirkung.
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