Was der ACTH-Wert im Blut verrät

Der ACTH-Wert im Blut ist ein wichtiger Hinweis darauf, wie gut die Hormonregulation im Körper funktioniert. ACTH, das adrenokortikotrope Hormon, wird von der Hirnanhangdrüse gebildet und steuert die Produktion von Kortisol in den Nebennieren. Ist dieser Wert erhöht, kann das auf eine Störung hinweisen – meist im Bereich der Hormondrüsen.

Ein erhöhter ACTH-Spiegel deutet oft auf das Cushing-Syndrom hin, eine Erkrankung, bei der der Körper zu viel Kortisol produziert. In den meisten Fällen ist eine gutartige Geschwulst der Hirnanhangdrüse dafür verantwortlich. Diese führt dazu, dass die Drüse übermäßig ACTH ausschüttet, was wiederum die Nebennieren zur Überproduktion von Kortisol anregt. Die Folgen können starkes Gewichtszunahme, Muskelschwäche, Hautveränderungen und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte sein.

Doch nicht immer ist die Ursache harmlos. In selteneren Fällen können auch bösartige Tumore außerhalb der Hirnanhangdrüse – etwa in der Lunge oder anderen Organen – ACTH produzieren und so ein sogenanntes ektopisches Cushing-Syndrom auslösen. Diese Tumore täuschen gewissermaßen die Hormonregulation vor und führen zu ähnlichen Symptomen wie eine Drüsenwucherung.

Die Diagnose erfolgt durch Bluttests, bildgebende Verfahren und gezielte Stimulationstests. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, denn eine langfristige Übersättigung mit Kortisol kann schwerwiegende Folgen für Herz, Knochen und Psyche haben. Je nach Ursache wird dann operativ, medikamentös oder strukturell therapiert – um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

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