Warum die „Aidacosma“ in Kiel nicht anlegen konnte
Im Februar 2022 sorgte die Kreuzfahrtschiff „Aidacosma“ für Schlagzeilen – allerdings nicht wegen einer Reise, sondern wegen eines Hafenaufenthalts, der nicht stattfand. Der Grund: das Niedrigwasser in Kiel.
Der Ostseekai in Kiel verfügt normalerweise über eine Wassertiefe von etwa zehn Metern, was für die meisten Kreuzfahrtschiffe ausreichend ist. Doch bei Ebbe kann der Wasserstand deutlich sinken – und genau das wurde zum Problem. Die „Aidacosma“ hat einen Tiefgang von über 8,60 Metern. Bei zu niedrigem Wasserstand droht sie, auf dem Grund aufzusitzen – eine enorme Gefahr für Schiff und Hafen.
Da bei der geplanten Ankunft nur noch knapp neun Meter Wasser zur Verfügung standen, entschied die Reederei, vorsichtshalber auf den Anlauf zu verzichten. Ein Risiko, das man angesichts der engen Grenzen nicht eingehen wollte. „Einen Meter Puffer ist einfach zu wenig“, hieß es von Seiten der Hafenbehörde. Solche Entscheidungen seien selten, aber notwendig, um Unfälle zu vermeiden.
Das Ereignis zeigt, wie empfindlich der Betrieb großer Schiffe auf natürliche Gegebenheiten reagiert. Selbst moderne Kreuzfahrtriesen mit hochentwickelter Technik sind am Ende doch abhängig von Gezeiten, Wetter und der Tiefe eines Hafens. Und in Kiel, wo Ebbe und Flut deutlich messbar sind, kann ein harmlos erscheinender Faktor wie der Wasserstand plötzlich zum entscheidenden Hindernis werden.
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