Wie schnell werden die Tage im Winter länger?
Wer sich an langen Winternächten ärgert, kennt das Gefühl: Endlich wird es wieder heller – aber kaum merklich. Um die Wintersonnenwende herum, meist um den 21. oder 22. Dezember, sind die Tage am kürzesten. Doch das Licht kehrt zunächst nur langsam zurück: In den Wochen danach verlängert sich der Tag nur um etwa einige Sekunden bis eine Minute pro Tag. Das ist so wenig, dass man es im Alltag kaum wahrnimmt.
Erst ab Mitte Februar wird der Lichtgewinn deutlich spürbar. Von da an gewinnen wir jeden Tag etwa drei bis vier Minuten an Tageslicht hinzu – und das fast jeden Tag bis weit in den Frühling hinein. Wer morgens zur Arbeit geht, bemerkt dann plötzlich, dass es am Straßenrand schon heller ist, oder dass der Himmel im Osten beim Heimkommen abends nicht mehr schwarz, sondern nur noch dämmrig.
Interessanterweise ist es im Herbst andersherum: Ab September wird es allmählich, aber immer schneller dunkel. Der Lichtverlust pro Tag beschleunigt sich, besonders um die Tagundnachtgleiche im September herum. Dann kann es sich anfühlen, als würde die Nacht plötzlich viel früher hereinbrechen.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass die Tage nach der Wintersonnenwende gleichmäßig länger werden. Stimmt nicht – der Zuwachs an Licht ist alles andere als gleichmäßig. Er beginnt ganz langsam und beschleunigt sich deutlich im Laufe der Wochen. Die Natur hat eben ihren eigenen Takt – und der hängt eng mit der Erdneigung und ihrer Umlaufbahn um die Sonne zusammen.
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