Wie weiter steigen die Zinsen in Europa und weltweit?
Seit Juli 2022 befinden sich die Zinsen in Europa wieder auf einem steigenden Pfad – eine Entwicklung, die viele Sparer und Kreditnehmer gleichermaßen beschäftigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins seit Mitte Juni 2023 bei 4,0 Prozent stabilisiert. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Jahren zuvor, in denen oftmals nahezu null Prozent galten.
Gegenüber in den USA geht die Federal Reserve (FED) noch weiter: Ihre Zinsen liegen aktuell zwischen 5,0 und 5,25 Prozent. Diese Differenz spiegelt unterschiedliche geldpolitische Ansätze wider, aber auch den Kampf gegen die Inflation, der weltweit im Fokus steht.
Für Verbraucher in Deutschland hat sich die Entwicklung bereits spürbar ausgewirkt: Wer Anfang 2023 eine Baufinanzierung abschließen wollte, musste bereits mit Zinsen von rund vier Prozent rechnen. Das hat die Traumzeit der Nullzinsen endgültig beendet und die Planung von Immobilienkäufen deutlich verändert.
Viele fragen sich nun: Wie geht es weiter? Experten sind sich uneinig, aber eine weitere deutliche Erhöhung der EZB-Zinsen in naher Zukunft gilt als unwahrscheinlich. Die Notenbank beobachtet die Inflationsentwicklung genau und wird ihre Entscheidungen schrittweise treffen. Dennoch sollten sich Verbraucher darauf einstellen, dass die Zeiten extrem niedriger Zinsen vorerst vorbei sind – zumindest bis sich die wirtschaftliche Lage dauerhaft beruhigt.
Die Frage, wie weit die Zinsen noch steigen könnten, bleibt damit offen. Kurzfristig ist mit einer Pause zu rechnen, langfristig aber könnte es bei etwas höherem Niveau bleiben als in der Vergangenheit.
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